Eine Woche Ghana

(Stefan Rosskopf, Malermeister aus Münster bei Dieburg, Mai 2011)

stefan

Obwohl ich nur eine Woche Zeit hatte, die Projekte von Nima e.V. in Ghana zu besuchen, Land und Leute kennenzulernen und mich durch schweißtreibenden körperlichen Einsatz einzubringen, war es ein überwältigendes Erlebnis. Bereits zwei Wochen vor mir angereist, waren die beiden Vorstandsmitglieder Monika und Günter Frey, die vor allem damit beschäftigt waren, den Bau des Praktikantenhauses voranzutreiben.

Zusammen mit ihrem ghanaischen Mitarbeiter Muda nahmen sie mich direkt am Flughafen in Empfang und sorgten von da an dafür, dass es mir gut ging. Am meisten zu schaffen machte mir die Hitze. Nachdem ich aus dem klimatisierten Flugzeug ausgestiegen bin, hatte ich das Gefühl gegen eine Wand zu laufen, so heiß war es. Aber auch Monika und Günter sowie die Freiwilligen, die bereits mehrere Monate vor Ort sind, stöhnten über die momentane Hitze. Diese konnte mich allerdings nicht davon abhalten, wie geplant aktiv an der Fertigstellung des Praktikantenhauses mitzuwirken. Denn dazu bin ich schließlich angereist. Mit im Gepäck aus Deutschland hatte ich Farbe, Pinsel und weitere Werkzeuge, die in Ghana zum Einsatz kommen sollten. Leider wurde die Farbe bereits am Frankfurter Flughafen ohne mein Wissen aus dem Gepäck entfernt und vernichtet. Als ich in Ghana ankam und die Kisten auspackte fand ich lediglich einen Zettel vor, der mich darüber in Kenntnis setzte.

Monika und Günter waren im selben Haus untergebracht wie ich. Nach einem gemeinsamen Frühstück ging es am nächsten Tag dann auch direkt an die Arbeit. Als erstes musste Farbe gekauft werden. Zusammen mit Günter fuhr ich ganz früh morgens los Richtung Hauptstadt. Als wir dann einige Stunden später mit der Farbe im Gepäck wieder in Tuba ankamen, ging es nach einer kurzen Pause direkt ans Werk. Zusammen mit den ghanaischen Arbeitern fingen wir an zu streichen, zu verputzen und so weiter. So verging die Woche wie im Flug. Morgens früh aus dem Haus an die Arbeit und gegen Nachmittag erholten wir uns am nahe gelegenen wunderschönen Sandstrand. Während Günter und ich vor allem auf dem Bau beschäftig waren, betreute Monika unsere deutschen Freiwilligen sowie die ghanaischen Mitarbeiter. Auch hier gab es viel zu tun. Die Kinder aus dem Waisenhaus „One Love Children’s Home“ freuten sich über unseren Besuch und wollten uns am liebsten nicht mehr gehen lassen.

Neben der Arbeit hatte ich trotzdem noch Zeit mir auch die anderen Projekte von Nima e.V. anzuschauen. So besuchten wir das Stipendienprogramm und die Mitarbeiter in der Hauptstadt Accra und erhielten bei dieser Gelegenheit gleich noch eine Stadtrundfahrt. In Tuba schaute ich mir neben dem Waisenhaus noch die von Nima e.V. betreute Grundschule und Kindertagesstätte an. Besonders im Waisenhaus konnte man die umfangreiche Unterstützung der Mitglieder, Paten und Spender aus Deutschland spüren. Die Kinder haben zum Beispiel ihren eigenen Ordner, in dem sie die Bilder und Briefe ihrer persönlichen Paten aus Deutschland aufbewahren. Besonders schön war auch der abendliche Sitzkreis im One Love Children’s Home, der zum Besprechen wichtiger Themen, zum Spielen, Tanzen und Singen genutzt wurde. Obwohl die Armut extrem groß ist in Ghana, sind die Menschen sehr lebensfroh und sehr interessiert an Besuchern. Während meiner Woche in Ghana konnte ich mich davon überzeugen, dass Nima e.V. Schritt für Schritt gegen die Armut ankämpft. In dem es benachteiligten Kindern und Jugendlichen eine schulische bzw. berufliche Ausbildung ermöglicht. Das Motto lautet langfristige Planungen und Nachhaltigkeit. Nima e.V. steht den Kindern und Jugendlichen so langer zur Seite, bis sie auf eigenen Füßen stehen und das Positive, das sie durch die Betreuung von Nima e.V. erfahren haben, weiterzutragen. Ich bin dankbar und froh, dass ich diese Erfahrung machen durfte und könnte mir vorstellen auch noch ein weiteres Mal mit anzupacken.

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