Erfahrungsbericht Monika Frey, Gründungs- und Vorstandsmitglied

(Ghanaaufenthalt vom 23. April bis 17. Mai 2011)

monika frey

Nirgendwo zeigt sich Afrika so facettenreich wie in Ghana. Das Land ist berühmt für seine von Mystik umwobene Kultur, seine Musik und lebhaften Märkte. Auch die von Palmen gesäumten Strände gehören zu den Schönsten Westafrikas.

Die Ursprünglichkeit des Landes, die Fröhlichkeit und Herzlichkeit der Ghanaer und die vor Dankbarkeit strahlenden Augen der Kinder, machten unseren anstrengenden Aufenthalt zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Die Kinder und auch die Erwachsenen trugen mir mehrmals auf, Grüße zu übermitteln und zu danken, was ich jetzt auch tue: „Thank you and God bless you!” (Vielen Dank an die Förderer, möge Gott sie beschützen).

Jeden Morgen dankte auch ich Gott dafür, dass wir Wasser hatten: „Thank god, we have water!“ Wasser, um uns den Schweiß und den Staub abzuwaschen. Dass es nur kaltes Wasser gab, störte uns nicht. Die Dusche lief nicht immer, so wuschen wir uns oft aus Eimern. Das Waschbecken war kaputt und als WC-Spülung kam ein Eimer Wasser zum Einsatz.

Die Wäsche wusch ich im Hof per Hand, genauso wie das Geschirr, denn in der Küche gab es kein Wasser.

Aber wir mussten das Wasser nicht erst holen, wie die vielen Kinder und Jugendlichen, die jeden Morgen und jeden Abend das Wasser auf ihren Köpfen nachhause trugen.

Einerseits hatte ich ein ungutes Gefühl, da es mir vergleichsweise so gut geht und andererseits freute ich mich, dass ich in der Lage bin, diesen Kindern zu helfen. Dass wir mit den Spendengeldern und anderweitiger Hilfe, die wir hier in Münster und ganz Deutschland, ja sogar aus Holland und Griechenland großzügig bekommen, diesen Kindern ermöglichen, die Schule zu besuchen oder einen Beruf zu erlernen, um sich dadurch eine bessere Zukunft zu sichern.

Wenn ich 1 ½ Jahre zurückdenke, als die ersten Kinder zu uns ins neu eröffnete Waisenhaus, dem „One Love Children’s Home“ kamen, unsicher darüber was auf sie zukommt, mit teils zerrissenen Hosen und manche ohne Unterwäsche, Vitamin- und Ernährungsmangel und verschiedenen Krankheiten eingeschlossen. Esther und Isabel, unsere ersten super Fachkräfte aus Deutschland und unsere ghanaische Kraft Hickma ließen sich zusammen mit den Kindern auf das Abenteuer ein und meisterten ihre Aufgaben fabelhaft. Die Kinder erfuhren schon am ersten Tag, dass Erwachsene sie ernst nehmen, dass sie mit ihnen spielen, sogar Fußball. Des Weiteren wurden sie nicht geschlagen, konnten jeden Tag in die Schule gehen und ihre Hausaufgaben machen. Zwei unserer Kinder Mariam und Prince sind die Besten der Schule und möchten Medizin studieren. Das kann jetzt Wirklichkeit werden.

Heute bin ich hingerissen von den schönen gut genährten Kindern, ihrer Wissbegierde und ihrem Charme. Wenn ich die selbstbewussten Kinder sehe, deren Augen extra lachen und strahlen, dann weiß ich, dass all die Mühe und die Hilfe, die wir hier in Deutschland und speziell in Münster erfahren, nicht umsonst ist.

Wenn sie im abendlichen Sitzkreis “Alle meine Entchen“ und „Bruder Jakob“ singen und fragen, ob ich „Gummibärchen“ mitgebracht habe, dann bekomme ich Gänsehaut und bin schon wieder dankbar.

Auch in der Monika-Creche, der Kita für 1 ½- bis 4-Jährige, wurde ich mit „Alle meine Entchen“ begrüßt. Dank der vielen Sachspenden, waren wir in der Lage allen 150 Kindern ein Kuscheltier zu schenken. Die Freude war übergroß.

Zur Zeit werden unsere Kinder von Hickma, Stella, Ayuba, Garba und Muda, Amin Zaakis Bruder, der als Schuldirektor und Koordinator seine schützenden Hände und Augen über alles hält, betreut. Was für uns ein großes Glück bedeutet. Auch unsere freiwilligen Praktikantinnen aus Deutschland Linda, Johanna, Mirjam und Anna leisten hervorragende Arbeit, ohne deren Hilfe wir unsere Projekte nicht auf diesem Niveau aufrecht erhalten  könnten.

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