4 Wochen Ghana

luisa sommer2010

(Luisa Sommer 2010)

 4 Wochen - eindeutig viel zu kurz um wirklich alles sehen und vor allem alles verstehen zu können.

Aber doch lange genug, um mit vielen Erfahrungen, Eindrücken und noch mehr Fernweh wieder zurück zu fliegen.

In Tuba angekommen, war Frankfurt und ganz Deutschland sofort sehr weit weg. Doch wenn man direkt von allen total freundlich begrüßt, aufgenommen und eingebunden wird, kann man sich nur wohl fühlen.

Morgens bin ich entweder mit den Kindern um 5 Uhr zusammen aufgestanden und habe ihnen geholfen sich für die Schule fertig zu machen oder bin vormittags in die Crèche (Eine Art Kindergarten, aber von der Struktur her, wie die Schule, mit ABC (auswendig-) lernen und Zahlen aufsagen.) gegangen.

In der Crèche zu sein war noch mal ein ganz anderes Gefühl, als mit unseren Kindern aus dem Waisenhaus zu arbeiten.

Zusehen zu müssen, wie kleine Kinder geschlagen werden, weil sie nach vier Stunden auf dem Stuhl nicht mehr still sitzen können, ohne etwas dagegen tun zu können, hat mir schon schwer zu schaffen gemacht. (Das Schlagen von Kindern ist in Ghana offiziell verboten, nur leider wird sich nicht wirklich daran gehalten.) Daher setzt Nima e.V. zukünftig weitere deutsche Freiwillige in der Creche ein, so dass man das Maß des Schlagens auf ein Minimum reduzieren kann. Allgemein kann man sagen, dass sich durch die Zusammenarbeit mit Nima e.V. die Gesamtsituation bereits sehr gebessert hat.

Die Zeit mit „unseren“ 18 Kindern zu verbringen, hat mir dagegen sehr viel Spaß gemacht.

Bei den Hausaufgaben helfen, mit den Kleinen albern, Fußball oder UNO spielen, irgendetwas konnte man immer machen.

Nach der Schule blieb den Kindern immer nur sehr wenig Freizeit, bis es schon wieder Zeit zum Aufräumen und Duschen war. Dem folgte ein Stuhlkreis (singen, feiern...) und dann das Abendessen mit anschließendem beten (muslimisch und christlich), ein wenig Freizeit in den Zimmern oder erneutes Lernen für die Schule, bis um 8 Uhr das Licht ausgemacht wurde.

Bei den Großen, wie bei den Kleinen.

Ich glaube das Wichtigste, was ich aus Ghana mitgenommen habe, ist unser selbstverständliches Leben in Deutschland mit fließend und gar warmem Wasser, Strom, abwechslungsreichem Essen... mehr zu schätzen.

Ich glaube nicht, dass ich das Gefühl des Wasserschleppens nach dem fünften Eimer jemals vergessen werde.

Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen diese Erfahrungen und diese Erinnerungen an all die lachenden, streitenden und glücklichen Kinder, bei denen man das Gefühl hatte helfen zu können, selbst zu machen.

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