„That's Ghana!“

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Katharina Waltemate (September 2011 – Februar 2012)

„That's Ghana!“ „You are welcome in Ghana ;)!“ - diese Sätze waren die Reaktion auf meine Ver- und Bewunderung und mein Staunen. Meistens wurden sie begleitet von einem verschmitzten, selbstironischen und wohlwollenden Lächeln, das mich zugleich tadelte und ermunterte. 

Zu bewundern gab es während meiner Zeit in Ghana sehr viel. Ein Beispiel ist die wunderschöne und vielfältige Landschaft. Tropische Regenwälder, von Palmen gesäumte Strände, Savannen, der Lake Volta und angelegte Naturreservoirs ziehen sich durch das Land.

Außerdem war die Herzlichkeit, die mir überall entgegengebracht wurde, bewundernswert. So fühlte ich mich vom ersten Tag an wohl und willkommen in Tuba, im One Love Children's Home und in der Günter Frey International School.

Ich habe mich gefreut, ein halbes Jahr lang in der neben dem Waisenhaus liegenden Schule mitwirken zu dürfen. Da ich die erste Freiwillige war, die vormittags zur Schule anstatt in die Creche ging und nachmittags im Waisenhaus war, konnte ich mir im Vorhinein kein rechtes Bild von meinem Aufgabengebiet machen. Den Alltag in der Günter Frey International School musste ich erleben, um ihn zu begreifen. Da bin ich mir im Nachhinein sicher. Verwundert und erstaunt war ich zunächst darüber, ...

… dass es am Anfang eines Terms Wochen gibt, in denen lediglich sauber gemacht wird.

… dass die Schüler einer Klasse eine Altersspanne von gut 5 Jahren haben können.

… dass die jüngeren Schüler (in der Schule gibt es ungefähr Klassen 1 bis 10) sich mehr

für mich selbst, als für das, was ich ihnen erzählen wollte, interessierten.

… dass ich bis zu den Weihnachtsferien daran arbeitete, mir einen Stundenplan

zusammenzustellen, der sowohl in den Alltag der Schule, als auch zu meinen

Möglichkeiten passte.

… dass neongrün als Farbe für die Lehreruniform gewählt wurde! ;)

Unterrichtet habe ich die Klassen 3 bis Form 2, das entspricht ungefähr Klasse 9. Die Idee, den Französischlehrer zu unterstützen, war eher schwierig in der Umsetzung. Deshalb unterrichtete ich ein paar Stunden am Tag deutsch. Die Kinder hatten Spaß und Interesse an dem Fach und die Lehrer ließen mir große Freiräume in der Unterrichtsgestaltung. Zudem haben mich die Kollegen herzlich aufgenommen und eingebunden.

Konzepte und Einstellungen warfen bei mir immer mal wieder Fragen auf, da sich die deutsche und die ghanaische Sicht auf die Dinge zwischendurch etwas unterschieden hat. Begegnet wurde mir auch hier mit einem liebevollen und abmildernden „That's Ghana;)!“.

Eine gewisse Spontaneität und eine beizeiten auftretende innere Ruhe konnte ich mir  während des halben Jahres aneignen...

Ab ungefähr 15 Uhr war ich mit im Waisenhaus, um die Kinder nach der Schule zu empfangen, Hausaufgaben mit ihnen zu machen, Spiele zu spielen, Dinge im Stuhlkreis zu besprechen, gemeinsam zu essen, andere Aufgaben zu erledigen...

Jeder Tag mit den Kindern war ein Geschenk: Kostbar. Bereichernd. Spannend. Auch anstrengend.

Ich hoffe, dass wir Freiwilligen alle an einem Strang ziehen, um den Kindern die   regelmäßige Umstellung von den „alten Blafondos“ zu den „neuen Blafondos“ ein bisschen erleichtern zu können.

Ich bin dankbar für die wunderschöne Zeit.

 

 

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