farihda

Meine Zeit in Ghana

Im Moment ist die häufigste Frage, die mir gestellt wird: „Na wie war es in Afrika?“ Es ist schwer, darauf eine eindeutige Antwort zu geben. Das halbe Jahr in Ghana war sehr facettenreich an Erfahrungen.

Das Leben im Waisenhaus war spannend (wie werden die Kinder auf unsere Erziehungsmethoden, wie z.B. die rote und gelbe Karte reagieren), aber auch anstrengend (Prüfungszeit, die für alle Schüler alle 3 Monate stattfindet), lustig (Zeit zusammen mit den Kindern), traurig (der Abschied), interessant (neue Kultur, fremde Sprachen),…. Wie man liest, hier ist, wie an anderen Orten der Welt, von allem etwas dabei.

Es war sehr interessant über eine andere Kultur nicht nur etwas zu hören und lesen, sondern diese mit zu erleben und für eine Zeit ein kleiner Teil dieser Kultur zu werden.  Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und häufig bekamen wir ein „Akwaba“ (Willkommen) zugerufen, auch nach 6 Monaten Aufenthalt.

Durch die Kinder haben wir viel an Verhaltensweisen und kulturellen Sitten erfahren. Es war ein gegenseitiger Austausch verschiedener kultureller Riten, der von beiden Seiten gerne angenommen wurde. So brachten uns die Kinder bei, richtig mit der Hand zu essen, den Handschlag mit anschließendem Schnipser und einzelne Wörter in ihren verschiedenen Sprachen. Außerdem bekamen wir durch die muslimischen Kinder tiefe Einblicke in diese Weltreligion. Die Kinder nahmen uns mit in die Moschee, zeigten uns wie sie sich reinigen und beten.

Ein gegenseitiger Austausch fand auch mit Liedern und Spielen statt. So können wir nun die afrikanische Version von „Der Fuchs geht um“ und die Kinder können „Alle meine Entchen“ und „Stille Nacht“ singen. Aus unserer europäischen Kultur brachten wir unter anderem das Geburtstagsfeiern und das Adventskalenderöffnen mit in das Waisenhaus.

Wir haben ein halbes Jahr mit den Kindern zusammen gelebt, sie in die Schule geschickt, mit ihnen gelernt, Nachhilfe gegeben, mit ihnen gespielt und gelacht, zusammen gegessen, ihnen vorgelesen und ihnen unsere volle Aufmerksamkeit geschenkt. Ich denke gerne, aber auch voller Wehmut an die sechs Monate in Ghana zurück.

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